News 2019

Schulferien als «spannendes logistisches Problem»

Die SP Bödeli setzte mit einer Informationsveranstaltung die Ferienbetreuung für Kinder auf die politische Agenda und ersucht die Behörden, die Planung endlich in Angriff zu nehmen.

Für viele erwerbstätige Eltern sind Schulferien eine besondere Herausforderung. Gleich zu Beginn der Veranstaltung schilderte eine berufstätige Frau mit drei Kindern und einem ebenfalls berufstätigen Mann ihre Lage: «Schulferien sind immer ein spannendes logistisches Problem.» Die Grosseltern lebten weit weg, man müsse von Tag zu Tag Lösungen suchen, die Nachbarn fragen, oft müssten sie und ihr Mann gestaffelt Ferien beziehen und manchmal die Kinder gar mit an den Arbeitsplatz nehmen. Es sei ein dauerndes Hin- und Herschieben der Kinder. Sie wünsche sich nichts sehnlicher, als eine ganztägige, für die Eltern finanzierbare Kinderbetreuung während der Schulferien.

Die Frau steht nicht allein. Das zeigte die gut besuchte Informationsveranstaltung der SP Bödeli im Stadthaus Unterseen. Auch die Exekutiven von Interlaken, Matten und Unterseen waren mit je zwei Gemeinderatsmitgliedern vertreten. Die drei Bödeligemeinden verfügen zwar über gut funktionierende Tagesschulen, eine Ferienbetreuung fehlt bis jetzt. Diese Lücke soll nun geschlossen werden. Die SP-Sektionen von Interlaken, Matten und Unterseen haben die IMU-Gemeinderäte vor kurzem ersucht, eine gemeindeübergreifende Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die nötigen Abklärungen zur Planung und Einführung eines gemeinsamen Ferienbetreuungsangebotes auf dem Bödeli trifft.

Drei unterschiedliche Modelle

An der Informationsveranstaltung wurden drei Modelle vorgestellt, die seit einiger Zeit laufen. In Thun ist das die Ferieninsel. Dort verbringen die Kinder die Ferien getrennt von der Tagesschule, wie Ko-Leiter Stefan Wenger erklärte. Zentral ist dabei der Robinsonspielplatz. Das Ferienangebot sei niederschwellig, aber in professionellem Rahmen. Geboten werden drei Mahlzeiten, Bastelprogramme, freies Spielen, aber auch Ausflüge. Weil das Angebot von der Tagesschule getrennt sei, erlebten die Kinder einen Tapetenwechsel und auch wirklich Ferien vom Alltag. Ein Ferieninseltag kostet für die Eltern 30 Franken pro Tag und Kind, den Rest der Vollkosten von 110 Franken subventioniert die Stadt Thun.

Anders läuft es in Moosseedorf. Dort ist die Ferienbetreuung in die Tagesschule integriert. Der Vorteil ist gemäss Leiter Thomas Ulrich, dass die Kinder auch in den Ferien das gleiche Umfeld und die gleichen Betreuungspersonen antreffen, und man könne auch auf die gesamte Schulinfrastruktur zurückgreifen. Doch gleichzeitig wird mit einem sehr aktiven Programm der Alltag durchbrochen. Angeboten werden Themenwochen, etwa eine Indianerwoche, eine Zauberwoche, eine Detektivwoche oder ein Drillparcours. Pro Tag müssten die Eltern 50 Franken zahlen, 20 Franken übernehme die Gemeinde, sagte Ulrich.

Nochmals ein anderes Modell präsentierte Chantal Fankhauser, Geschäftsleiterin leolea Region Thun. Leolea ist eine Organisation rund um die familienergänzende Kinderbetreuung. Sie entwickelt individuelle Lösungen für Familien, Gemeinwesen und Unternehmen. Leolea betreibt 28 Kindertagesstätten, Kindergärten, Kinderhäuser, Tagessschulen, Tagesstätten und Tageselternangebote in Stadt und Kanton Bern sowie der Stadt Luzern und beschäftigt rund 450 Mitarbeitende. Die Organisation hat während drei Jahren im Auftrag der Gemeinde Steffisburg die Ferienbetreuung durchgeführt. Die Gemeinde ist dann allerdings aus Kostengründen ausgetreten. Leolea führt das Angebot derzeit noch weiter, es wird organisationsintern quersubventioniert, aber wohl nicht mehr lange. Die Kosten werden gestaffelt nach Einkommen verrechnet und betragen zwischen 40 und 120 Franken pro Tag und Kind. Chantal Fankhauser vermutet, die Gemeinde würde wieder einsteigen, wenn sich auch der Kanton an den Kosten beteiligen würde.

Auch der Kanton wird aktiv

Genau das soll jetzt möglich werden, wie Miriam Kull, Leiterin Fachbereich Schulergänzende Angebote der kantonalen Erziehungsdirektion, erklärte. Das kantonale Motto lautet: «Ferienbetreuung – die Lücke schliessen». Die Sache sei dringend, sagte Kull. Der Kanton hat einen Leitfaden herausgegeben, seit Anfang 2019 ist auch eine Mitfinanzierung möglich. Doch noch fehlt die Verordnung des Regierungsrates.

Derzeit haben 25, vorwiegend grosse Berner Gemeinden die Ferienbetreuung eingeführt. Ein weisser Fleck ist allerdings das Berner Oberland: Bisher gibt es östlich von Thun keine einzige Gemeinde, die eine Ferienbetreuung für Kinder anbietet.

Die SPU lässt sich aus erster Hand über die Sozialhilfe vor Ort informieren

Die SP Unterseen setzte sich an ihrer Parteiversammlung mit den Geschäften der Gemeindeversammlung und mit den Kantonalen Abstimmungsvorlagen auseinander. Sie sagt knapp ja zu allen Gemeindegeschäften und klar nein zum Sozialhilfegesetz.

Viel zu reden gab der beabsichtigte Erwerb der Abbruch-Liegenschaft an der Beatenbergstrasse für 850 000 Franken, auf welcher vorerst Parkplätze erstellt werden sollen. Dafür sei der Kaufpreis zu hoch und die langfristige Nutzung zu unklar, wurde eingewendet. Eine knappe Mehrheit fand hingegen, es sei grundsätzlich richtig, dass dieses altstadtnahe Grundstück in öffentlichen Besitz übergehe, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Gemeinderat rasch ein überzeugendes Konzept für die definitive Nutzung des Areals vorlege.

Im zweiten Teil der Versammlung stellte Stellenleiter Beat Siegfried den Sozialdienst Jungfrau vor und orientierte an Hand konkreter Einzelfälle und zahlreicher Statistiken über die aktuelle Situation bei der Sozialhilfe in den angeschlossenen 23 Gemeinden. Zu schaffen mache den Sozialdiensten vor allem die andauernden Reformen und Reorganisationen und die damit verbundene Zunahme des administrativen Aufwandes. Mit dem neuen Sozialhilfegesetz würde dieser noch grösser und für die Kernaufgabe, die Integrationsarbeit, verbliebe den Sozialdiensten noch weniger Zeit, hielt Siegfried fest.

Anstatt mehr Bürokratie will die SPU mehr wirksame Integration und Armutsbekämpfung. Sie lehnt darum das Sozialhilfegesetz entschieden ab. Den Volksvorschlag hingegen empfiehlt sie zur Annahme, den älteren Arbeitslosen zuliebe.

Antrag an die Gemeinderäte der IMU Gemeinden

Ferienbetreuung auf dem Bödeli

Sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte

Auf dem Bödeli fehlen familienergänzende Angebote für die Betreuung von Schulkindern in den Schulferien.

Seit dem 1. Januar 2019 werden Ferienbetreuungsangebote der Gemeinden vom Kanton finanziell unterstützt. Zur Planung und Einführung solcher Angebote hat die Erziehungsdirektion auf ihrer Website einen detaillierten Leitfaden sowie ein Verzeichnis jener Gemeinden aufgeschaltet, die bereits über solche Angebote verfügen (www.erz.be.ch, Suchwort: Ferienbetreuung).

Am Mittwoch, 19. Juni 2019 führen wir um 20 h im Restaurant Stadthaus in Unterseen einen öffentlichen Informationsabend durch, an welchem Vertreterinnen und Vertreter bereits bestehender Angebote ihre Betreuungsmodelle vorstellen und von ihren Erfahrungen berichten. Eine Einladung zu diesem Anlass liegt diesem Schreiben bei.

Der Bedarf nach einer Ferienbetreuung ist auch bei uns gross. Wir ersuchen darum die Gemeinderäte IMU, eine gemeindeübergreifende Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die nötigen Abklärungen zur Planung und Einführung eines gemeinsamen Ferienbetreuungsangebotes in unseren drei Gemeinden trifft.

Für die wohlwollende Prüfung unseres Begehrens und Ihre Bemühungen danken wir Ihnen zum Voraus bestens.

Freundliche Grüsse
SP Interlaken, SP Matten, SP Unterseen

Ferienbetreuung von Schulkindern auf dem Bödeli

Viele erwerbstätige Eltern sind während der Schulferien auf eine externe Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Ferienbetreuungsangebote schliessen hier eine Lücke. Sie unterstützen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sind für Gemeinden ein wichtiger Standortvorteil. Seit anfangs Jahr unterstützt der Kanton solche Angebote. Bereits haben über zwanzig bernische Gemeinden eine Ferienbetreuung eingeführt.

Die drei Bödeligemeinden verfügen zwar über gut funktionierende Tagesschulen, eine Ferienbetreuung fehlt bis jetzt aber. Diese Lücke soll nun geschlossen werden. Die SP-Sektionen von Interlaken, Matten und Unterseen haben die IMU-Gemeinderäte vor kurzem ersucht, eine gemeindeübergreifende Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die nötigen Abklärungen zur Planung und Einführung eines gemeinsamen Ferienbetreuungsangebotes auf dem Bödeli trifft.

Für interessierte Kreise organisiert die SP Bödeli am Mittwoch, 19. Juni 2019 um 20 h im Restaurant Stadthaus in Unterseen eine öffentliche Informationsveranstaltung, an welcher die Leitenden der Ferienbetreuungen von Thun, Steffisburg und Moosseedorf ihre Betreuungsmodelle vorstellen und von ihren Erfahrungen berichten.

SPU beschäftigt sich mit Weltnaturerbe

Die SP Unterseen stellt kritische Fragen zur Vereinbarkeit von Unesco-Weltnaturerbe und Massentourismus in der Jungfrau-Region.

Unterseen ist Partnergemeinde des Unesco-Weltnaturerbes Swiss Alps Jungfrau-Aletsch. Grund genug für die SP Unterseen, sich an der Hauptversammlung aus erster Hand über Zweck und Aktivitäten der Stiftung durch den Geschäftsleiter Dr. Hans-Christian Leiggener informieren zu lassen. Die Auszeichnung «Welt-Naturerbe» gilt als höchstes Label im Naturschutz. Das Jungfrau-Aletsch-Gebiet spielt hier laut Leiggener weltweit in der Champions-League, auf gleichem Niveau wie die Galapagos-Inseln oder das Barrier-Reef in Australien, das grösste Korallenriff der Welt.

Zentrale Kriterien seien Einzigartigkeit und Vielfalt. Das Territorium umfasst den grössten zusammenhängenden vergletscherten Raum Eurasiens, 50 Prozent des Eisvolumens der Schweiz und eine grosse Biodiversität. Das Gebiet reicht von der hochalpinen Gletscherlandschaft bis zu mediterraner Vegetation. Eines der Hauptanliegen der Stiftung Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch ist es, zur Erhaltung und zur Aufwertung der herausragenden universellen Werte des Welterbe-Gebietes und der umliegenden Regionen beizutragen. Dazu unterhält die Stiftung ein Forschungsnetz und bietet ausgefeilte Bildungsgmodule für Schulen an. «Wir fühlen uns verantwortlich, dass die nächste Generation den Kampf gegen den Klimawandel ernst nimmt», sagte Leiggener.

Aus dem Publikum kamen kritische Fragen zur Vereinbarkeit des Weltnaturerbe-Labels mit der offensiven touristischen Ausbaustrategie, insbesondere der Jungfraubahn. Hans-Christian Leiggener betonte, man müsse selbstverständlich darauf achten, dass man das Label nicht verliere und bei einigen Punkten müsse man schon genau hinschauen. Er betonte aber gleichzeitig die gute Zusammenarbeit mit dem Tourismus. Beim V-Bahn-Projekt sei die Stiftung begrüsst worden und man habe dort auch entsprechend Einfluss nehmen können. Tourismus und Natur-Welterbe seien nicht Gegensätze, sondern ergänzten sich gegenseitig.